Mein Credo: "Gute Werbung fängt beim
Service an". Auch wenn viele Onlineshopbetreiber sich diesen
Leitsatz ebenfalls gerne auf ihre Fahnen schreiben, stoßen sie damit
in der Praxis schnell an ihre Grenzen. Nicht aus Nachlässigkeit,
sondern weil sie überfordert sind. Aus unterschiedlichen
Gründen.
Onlineshops, die drei, vier Jahre nach dem Start
ihren Kinderschuhen entwachsen sind, verursachen ungeheuer viel
Arbeit, von der Außenstehende rein gar nichts ahnen. Wareneinkauf,
Artikel einstellen, Bestelltes packen und versenden, Technik,
Marketing und laufende Werbemaßnahmen kosten jede Menge Zeit.
Gleichzeitig läuft das normale Leben weiter. Die Familie und Kinder
verlangen ihren Tribut. Und wer zunächst als
Nebenerwerbs-Onlinehändler angefangen hat, findet sich über kurz
oder lang 12 Stunden täglich schwer beschäftigt. Zwar wird den
meisten Onlinehändlern rasch klar, dass sie für manche Aufgaben
dienstbare Geister brauchen (Technik, Werbung) aber jeder
zusätzliche Helfer kostet auch. Wenn dann die Margen gering sind,
muss der Umsatz schon kräftig steigen, damit sich der zusätzliche
Aufwand auch rechnet. Da wundert es auch nicht, wenn so mancher
Shopbetreiber vorerst lieber selbst in die Hände spuckt.
Überforderung ist die logische Folge.
Schweigen Sie,
wenn Ihr Nervenkostüm kurz vor dem Zerreißen ist
Und
dann kommen Kundenanfragen, die das Fass zum Überlaufen bringen.
Statt einfach das Gewünschte im Shop zu bestellen, fordern manche
"Kampfpreise" per E-Mail ein, oder Mengenrabatt für ganz
normale Bestellmengen, mosern über unverhältnismäßig hoch
erscheinende Versandkosten, die selbst für das Versenden von
1-Euro-Artikeln fällig werden; winken mit einem angeblichen
Großauftrag und fordern vorab kostenloses Ansichtsmaterial; oder
fragen 12 Stunden nach dem Bestellen, wo denn bitteschön die Ware
bleibt. Kein Wunder, wenn dann der Kragen
platzt.
Kommunikation braucht Ruhe und will gelernt
sein
Das Wichtigste ist jetzt: Ruhe bewahren.
Niemand, der solche Fragen stellt, meint Sie persönlich, sondern
folgt einfach der 100.000-fach gepredigten Formel: Wer nicht fragt,
bleibt dumm und zahlt zu viel. Das hat zunächst einmal nichts mit
Ihrem Angebot zu tun. Also bleiben Sie ruhig und holen Sie tief
Luft, bevor Sie wütend in Tasten hacken. Wenn Sie unbedingt Dampf
ablassen müssen, joggen Sie eine Runde. Mit einer hastig
formulierten Verbalattacke schaden Sie sich nur selbst und
beleidigen andere - ohne Not.
In der Ruhe liegt die
Kraft
Antworten Sie erst dann, wenn Ihr Kopf wieder
frei geworden ist. Bleiben Sie dabei höflich und bestimmt. Verweisen
Sie auf die Bestellfunktion Ihres Onlineshop, auf Ihre fair
kalkulierten Preise und darauf, dass Sie bzw. Ihr
Warenwirtschaftssystem andere Bestellungen technisch nicht
verarbeiten kann. Mit dieser Auskunft sind die meisten echten
potenziellen Kunden in der Regel auch zufrieden. Schnorrer ziehen
weiter - und das ist es doch, was Sie eigentlich erreichen
wollen.
Zaubern Sie Antworten entspannt aus dem
Zettelkasten
Noch ein Tipp: Legen Sie sich in einer
ruhigen Minute eine Liste häufig gestellter Fragen an und wohl
formulierte Antworten dazu als Textbausteine. Ein kleiner Software-Zettelkasten
wie Cuecards hilft Ihnen, die Übersicht zu behalten.
So vorbereitet zaubern Sie völlig entspannt die passende Antwort aus
dem Kasten, wenn mal wieder jemand ihren Onlineshop mit
Marktschreiers Resterampe verwechselt.
Hilfe beim Texten finden Sie hier bei mir.